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Die perfekte Community?

Ich habe mich grad mal wieder mit Communities beschäftigt. Auf das Thema grade jetzt bin ich bei der Diskussion um/über StudiVZ und deren skanalöses Auftreten vom Management und Umfeld. Zu dem Thema gibts einen brillianten Artikel von Kartsen Wenzlaff.

Naja um nun zum Thema zu kommen… Ich habe grad überlegt, was eine perfekte Community ausmacht. Da bin ich auf die Theorie die 7 Fs von Ibrahim Evsan. Danach müssen in jeder Community folgende Punkte erfüllt sein: Fun, Fame Friends, Focus, Free, Finance und ein Fucking good Team. Doch wo ist sowas schon vorhanden?

Fun ist klar, doch was definieren wir als Fun? Jeder findet andere Sachen lustig, obs nun verschiedene kleine Videos sind, Texte, Bilder oder Comics. Dazu kommt noch dass jeder einen anderen Humor hat. Evsan beschriebt dazu noch Infotainmant zum Punkt Fun. Dazu brauch man aktive und engagierte Mitarbeiter die regelmäßig die neusten Nachrichten zusammentragen, in Worte fassen und veröffentlichen. Wer will schon wochenalte News lesen?

Fame ist das 2. F. Fame kann man in verschiedenen Formen ausführen. Ein “Most Wantet User”-Kästchen auf der Startseite? Eine Toplist der aktivsten User? Das alles führt zu viel Spam im gesamten Kommunikationsbereich eines Forums. Doch wozu soll man sich in einer Community anmelden, in der man kaum Beachtung findet? Es ist ein schmaler Grad zwischen einer Art, Usern den beabsichtigten Ruhm zu geben und die User praktisch zum Spammen zu bewegen?

Friends brauch jeder. Ob nun in Realität oder in Plattformen. Man brauch jemanden zum Reden oder um Hobbys auszuüben. Auch in Communities. Obs nun einfach Games zocken ist oder sich über Fussball unterhalten oder fotografieren, User brauchen Freunde. Wie setzt man das um? Da muss man sehen, wie man das am Userfreundlichsten und Trafficsparensten ist.

Focus auf ein spezielles Thema? Kann eine Plattform auf ein spezielles Thema positiv sein? Ist es erfolgreicher eine Fussball-, Schach-, Studenten-, Koch- oder Apfel-Community zu gründen, als eine Community, die mehrere oder gar alle User anspricht? Wo eine Gärtnerin mit einem Schüler sprechen kann? Dafür gibt es diverse Marktanalysen. Sind lokale besser als Bundes- oder grad Europa- bzw Weltweite? Das muss man Abwägen. Ich persönlich finde große Communities besser wenn sie bevölkert sind, wobei es auch Themenspeziefische gibt, die ich gern besuche. Ich denke, man kann niemals alles in einer Community vereinbaren. Wie gut, dass das Netz so groß ist und es für alles etwas gibt. Ausser eben eine “perfekten” Community für alle mit einer optimalen Umsetzung.

Free ist ein wichtiger Punkt. und hat einen direkten zusammenhang zum 6ten F, Finance. Jeder User will eine kostenfreie Community. Am besten noch ohne Werbung und mit unendlich vielen Traffic-fressenden Features. Es gibt eigentlich nur 4 Möglichkeiten, um eben das zu vereinbaren, wobei bei 3/4 der Möglichkeiten Eingeständnisse stattfinden.
1. Premium-Accounts, wo die User Geld für mehr Funktionen geben, allerdings is da ja das Problem, dass viele nich bezahlen wollen oder können.
2. Werbung, allerfings fühlen sich viele durch die Werbung gestört. AUsserdem kommt dadurch weit weniger Kohle rein, als bei den anderen Ideen (je nach Userzahl).
3. Einfachere bzw. Eingeschränktere Features was bedeutet, dass Serverlasten und Traffic geringer ist, allerding ebenfalls, dass es weniger/kaum Funktionen gibt
4. Einen Investor der alles bezahlt.
Alles hat Vor- und Nachteile. Ein Investor muss erstmal gefunden werden. Alles andere hat ebenfalls Nachteile. Da muss man eben sehen, was man bevorzugt Anwendet. Dazu muss natürlich auch noch genug finanzieller Background dabei sein. Den dass kann ich frei ais der Theorie übernehmen:

Das Vertrauen in Plattformen wird gestärkt, wenn der Anbieter aufweisen kann, dass ein finanzieller Background existiert. Wer würde einen Dienst nutzen wollen, der am nächsten Tag vom Netz genommen wird?

Fucking good Team ist wohl das allerwichtigste der 7 F`s. Ein Team wo sich ständig gestritten wird, wo man sich nicht Einig ist über die weitere Entwicklung, wenns ums Geld geht (besonders wenn man grad Gewinn macht) und so weiter. Ein Nicht-Homogenes Team würde sich nur zerstreiten und am ende würde die Entwicklung stagnieren oder gar zurückgehen bis zur völligen Aufgabe.

Soweit die Theorie von Evsan. Allerdings muss man sie Definitiv noch um einige Punkte Erweitern. Spontan fällt mir da der Punkt Fermarktung (ich muss hier mal die Rechtschreibung frei interpretieren :) ). Man hätte auch PR schrieben können doch da passt gar kein F rein. Mit Vermarktung meine ich die Öffentlichkeitsarbeit. Man kann immer wieder Fehler in der Aussendarstellung erkennen. Oben habe ich schon zu dem Artikel von Wenzlaff verlinkt. Als 2. Beispiel kann ich noch die Aktion von Kiezkollegen nennen. Hier war es so, dass sie praktisch über Nacht meinten, nun endlich mal, nach über 1 Jahr, die AGBs nicht nur AGBs sein zu lassen, sondern auch zu nutzen, und haben kurzerhand einfach alle unter 18 praktisch gesperrt. In der Folge haben sich einige etwas genauer damit beschäftigt (u.a. auch ich :) ) und haben herausgefunden, dass es nicht mal einen Verweis bei der Anmeldung auf die AGBs gibt. Der 2. große Fehler von der Leitung der KK`s wars dann, dass sie zu beidem keine offizielle Stellungnahme abgegeben haben. Nichtmal nach speziellen Anfragen. Ich verstehe die Aussage, dass da das Hausrecht benutzt wird, nur die Aussendarstellung ist dabei nicht das beste.
Nun bin ich vom Thema abgekommen. Also wieder zurück… Die Vermarktung und die Aussendarstellung ist eben wichtig um eine wachsende Community aufzubauen. Man muss nicht nur seine Änderungen Erklärungen und auch mit Kritischen Tönen umgehen können. Ausserdem sollte man auch bei seiner Community die Vorteile herausheben und sei es nur auf der Startseite (“Wir bieten DAS und DAS und DAS!”). Natürlich sollte man alle Probleme schon früh genug erkennen und verhindern.

Insgesamt kann man sagen, dass es ziemlich umfangreich und kompliziert ist, wenn man eine Community eröffnen will. Man brauch ein Zielpublikum, gute Werbestrategien um User anzulocken, User halten, am besten auch, dass sie länger Aktiv bleiben, Finanzieren und vor allem WEITERENTWICKELN. Ideen sind da extrem Wichtig. Am besten wenn man die Community aktiv mit einbezieht und auch zeigt, dass auch wirklich gute Vorschläge umgesetzt werden. Es braucht Zeit und Geduld, sowie guten Support um eine gute Community aufzubauen.

Viele Communities gibts auf der Welt (Jappy, Kiezkollegen, StudiVZ, Stern-Short-News, IRC-Gallerie, Games, yxoz, Fussball, SchülerRG) und Communities die noch im Aufbau sind, aber bestimmt auch vielversprechend sind (schuelerVZ, MyProjektLog, pennerVZ) die alle auf ihre weise irgendwie Erfolg haben. Teilweise speziell, teilweise Weltoffen, teilweise etabliert, teilweise Vorausschauend.

Wir werden sehen wer in Zukunft weiter herausstechen wird. Ich bin gespannt und vielleicht gibts ja irgendwann die “perfekte Community“…

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1 Comment to Die perfekte Community?

  1. März 5, 2007 - 8:11 am | Permalink

    Hallöchen,

    wenn du dir diese Liste mal anschaust, die du hier eröffnest – was würdest du machen, wenn der finanzielle Background ein anderer wäre? Sprich… wenn du eine Finanzierungsform wie die Wikipedia hättest (einen Verein), und wie wäre es, wenn die Community eine sein könnte, wie bei Open Source, in der jeder mit seinen Gedanken und Talenten partizipieren kann? – Wenn du mal bei Wikipedia vorbeisurfst und dich über Gotfriends informieren möchtest, wirst du solch eine Alternative zum StudiVZ dort finden. Wir würden uns freuen, wenn wir dich in der Community sehen würden. Jeder, der mitmacht, zeigt, dass es auch “anders” geht.

    Grüße,

    Alexander

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